„…ach, hier ist ja auch noch was!“

Oder „Ein Abend voller Überraschungen auf der FOGFS-Party im Loshäuser Schloss“

 

War es für die eine der Abschied aus der Zwanziger-Zeit, für andere heftige Vorbereitungen, für wiederum Andere Kopfzerbrechen über diffizilen Fragebögen, so war es für viele kurz und bündig eine wunderschöne Geburtstagsfeier. Die Rede ist selbstverständlich von der Feier anlässlich des 30ten Geburtstages unserer Stefi Horn; ihres Zeichens Gebieterin über das Reich der Hilfslinien und die Frau mit dem buntesten Adressbuch der Republik. So zumindest kam es manchem Schwälmer Besucher vor, der überrascht kundtat: „Wer ist das denn alles? Wo kommen die denn her? Wo sind denn mal ein paar Schwälmer?“

 

Neue Gesichter, nette Gespräche und Musik satt gab es ab 20.00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages. Neue Gesichter durch die besagte Mixtur aus Bekannten und Unbekannten, wodurch sich viele nette und interessante Gespräche ergaben. Und Musik live wie auch aus der Konserve. Die Konservenbeschallung durch das Schwälmer DJ-Monument Werner - the one and only, „er hat sie alle gesehen und auf Band“ – Lohrer und auf der im hinteren Bereich ansässigen Birthday-Bühne („ach, hier ist ja auch noch was…“) die einzigartigen „Nackt im Fass“, die einmal mehr beweisen, dass Schwälmer Musiker durchaus in der Lage sind, ihr Publikum völlig gewaltfrei und ohne Androhung von Waffeneinsatz zum Tanzen zu bewegen.

In der „Nackt im Fass“-Pause massive Trommel-Rhytmen durch die Percussion-Virtuosen  „Djembeat". Angemessen laut, absolut synchron, exotisch, präzise - einfach perfekt. Hut ab und schade, dass es eigentlich ein wenig zu kurz war. Danach wieder Bühne frei für die Fassmusiker, die ein zweites Set einstreuten, da es den tosenden Gichties nicht gelungen war, rechtzeitig in Loshausen aufzugichten. Auch schade, aber auch so schön. Denn wie merkte es Markus, der frontalste Frontmann der Schwalm so schön an: „Party ist angesagt. Bis zum Untergang!“

 

Weitere Überraschungen gefällig? Wir zitieren wörtlich: „Heiland Donner – ist das Chilli heiss!!!“ „Hmmm – Nörten.Hartenberger – ich bin überrascht!“ „Das sind Nackt im Fass – die sind ja guuut…“ „Oh nein – jetzt lässt er’s über Laptop laufen…“ „Geil, gugge ma’ wie der tanzt!!!“ uswuswusw. Ein weitere Überraschung wartete vor dem Schloß, als manche Gäste in den frühen Morgenstunden den Heimweg antreten wollten und überrascht feststellen mussten, dass die Soundakrobaten der Mischpultfraktion sich durch die Enge der Einfahrt überraschen ließen und für fast eine Viertelstunde „Kommissar-Schneider-gleich“ millimeterweise vor und zurück wendeten, bis es schließlich weitergehen konnte. 

 

Insgesamt ein sehr gelungener Abend. Danke an alle, die da waren, die musikalisch für Unterhaltung sorgten, für dienende Hände, offene Ohren und mitteilsame Geister aus allen Teilen der Republik, die sich untereinander und auch mit den Schwälmern austauschten, die ja auch noch auftauchten.

 

Ein Zitat zum Abschluss?

Gerne: „Blöder Fragebogen – ich hab da doch echt Störkraft angekreuzt.“

28.04.2007 • Hokke Scheeb & Rainer Barth


Leinen los mit Arno und der Ungeduld vom Lande

Die Hafenbar im Loshäuser Schloss geht erfolgreich und rauchfrei an den Start.

Eine gelungene Premiere konnte am 28.04.2007 die Hafenbar im Loshäuser Schloss feiern. Zum Konzert der Schwälmer Mundart-Rocker von Hokke Scheeb und dem Liedermacher Rainer Barth fanden über 150 Gäste den Weg in den neu gestalteten und frisch eröffneten „Raum für Kunst, Kultur und Begegnung“. Denn die Nutzung der Hafenbar soll sich künftig nicht allein auf Konzerte beschränken, sie soll unter anderem Platz für Ausstellungen, Tanz, Lesungen, Meditation und allerlei Feierlichkeiten bieten.

Am Samstag abend aber stand die Musik eindeutig im Vordergrund. Rainer Barth, von vielen bereits als die Schwälmer Antwort auf Bob Dylan und Al Gore bezeichnet, stellte seine CD „Die Ungeduld vom Lande“ vor. Ruhige Songs im Stile Tom Pettys, Dylans oder eines Springsteens aus den alten „River“-Zeiten. Sehr schön, sehr akzentuiert und sehr songwriterisch – wohltuend und fast schon besinnlich in Zeiten von Hektik und schnelllebigem Massenkonsum.

Hokke Scheeb muss man nicht mehr beschreiben. Arno Knauf „in the House“ und die Stimmung tobt. Der ultimative Entertainer unter den Schwälmer Musikschaffenden schaffte es auch diesmal wieder, die Aufmerksamkeit binnen Sekunden auf sich und die Band zu ziehen. Bewährter Rock, in Schwälmer Mundart dargebobten, war Programm und man konnte den nicht wenigen zufriedenen Gesichtern vor der Bühne ansehen, dass man die Aussagen auf Platt nicht nur verstand, sondern komplett zufrieden mit dem war, was das Vokal-Lissche und seine Mannen in Wort und Ton zum Besten gaben. Zu den Mannen gesellt hatte sich übrigens das No Pale Haze-Schlagzeuggewitter und Drumjoker Florian „Shorty“ Kurz, der seine Reservistenrolle glänzend meisterte und dem Hokke Scheeb Auftritt einen würdevollen Klangteppich webte.

Ein weiterer positiver Aspekt vom Samstag ist die Tatsache, dass das komplette Konzert rauchfrei ablief. Die Hafenbar-Besucher wurden durch Schilder gebeten, innerhalb der Räumlichkieten nicht zu rauchen und die Bitte wurde einhellig akzeptiert. Zwar war im Terassenbereich an Stehtischen die Möglichkeit zum Rauchen gegeben, im Saal aber wurde bewiesen, dass auch rauchfreie Konzerte problemlos stimmungsvoll ablaufen können. Ein schönes Beispiel, wie unkompliziert und ohne viel Diskussion bundesweite Kontroversen in der Schwalm ad absurdum geführt werden können. Nicht nur deshalb ein dickes Lob an die Mannschaft des Loshäuser Guldurfereins, der als Veranstalter des Konzerts für einen reibungslosen und vor allem gelungenen Stapellauf der Hafenbar sorgte.

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