Montag, 02.07. - Beinahe "tolkienesk-elfenhaft"
Einfach ein wunderschöner Abend
Das hätte auch Tolkien gefallen. Unter rauschenden Baumwipfeln, beleuchtet von dezenten Scheinwerfern, Gartenfackeln und einem Lagerfeuer hauchten die zarten Töne der Singer und Songwriter in den Schlossgarten.
Da sogar das Wetter mitspielte, fanden ca. 100 Besucher den Weg zum Schloss um mitunter zu erleben, wie Krün mit ihrem ersten "richtigen" Live-Gig zu begeistern wussten. Die Stimme von Susanne Baumann erweckte sowohl das Liedgut einer Zarah Leander zum Leben, gab aber auch Stücke Neil Youngs, von Alanis Morissette oder Eigenkompositionen zum Besten. Unterstützt von Dierk Salin, Stefan Wondraschke und Marc Tintera begeisterte das Quartett seine Zuhörer mit einer reizvollen Mixtur aus Stimme, Instrumentierung und überraschenden Interpretationen von alten Stücken im neuen Gewand. Sehr profesionell präsentierten sich Krün und erweckten keinesfalls den Eindruck, dass hier eine Live-Premiere stattfand. Vielmehr war es eine sehr gelungene Premiere für den kleinen Kultursommer.
Was dann folgte hat Moderator Steffen Dittmar sehr gelungen zusammengefasst: "Einfach wunderschön". Lucid betrat die Bühne, begann zu singen und schlug den Schlossgarten in ihren Bann. Wer die "Herr der Ringe"-Sequenz vor Augen hat, als Cate Blanchet als Galadriel im Goldenen Wald die Szene betritt, kann sich ungefähr die Erscheinung und Wirkung vorstellen. Die zierliche Lucid alleine mit Mikrofon, Gitarre und E-Piano auf der Bühne, umrahmt von mächtigen Bäumen, ein paar Fackeln beleuchten den Garten und alle hören zu. Wirklich ein Bild wie aus dem Märchen. Und märchenhaft war auch die Musik. Jeder (in Worten: JEDER) hörte zu. Claudia Fink, alias Lucid war leise, manchmal laut, eindringlich, spannend, persönlich, verletzlich und brillant. Sie war die perfekte Besetzung für das, was den Kultursommer ausmachen soll: das etwas schönere Programm auf absolut hohem Niveau. Bestünde der Boden im Schlossgarten nicht aus Gras, hätte man die berühmte Stecknadel fallen hören können. So hörte man laut Lucid nur manchmal den Cocktail-Shaker auf der Bühne, wenn sich der eine oder andere Besucher flüsternd doch mal etwas bestellte. Man hatte den Eindruck, dass ein kurzes Innehalten und Durchatmen durch die Besucherreihen ging, wenn ein Lied beendet war, bevor begeisterter Beifall aufbrandete. Beigeisterung allenthalben und die innige Hoffnung, dass wir Lucid irgendwann noch einmal im Garten oder der Hafenbar erleben können.
Ein absolut gelungener Auftakt für den kleinen Kultursommer dank fantastsicher Musiker, dank Petrus und der Besucher, die begeistert das aufnahmen, was sie in herrlicher abendlicher Atmosphäre sanft umspielte.
Dienstag, 03.07. - Einzug der Klassik
Quer-Beet-Hoven
Wirklich Einzug hielt die Klssik am Dienstag Abend. Denn anders als noch am Open-Air-Vorabend musste die Veranstaltung in den schlosseigenen Konzertsaal im Bereich der "Hafenbar" einziehen, dies jedoch tat weder der Atmosphäre, noch der Stimmung von Künstlern und Publikum keinen Abbruch. Vor wirklich ausverkauftem Haus glänzten Irina Hofmann an der Querflöte, die Sopranistin Heike Koberstein, Steffen Dittmar an der Violine, Sven Kindermann an der Klarinette und Thomas Klein am Klavier mit zahlreichen und interessant ausgesuchten Werken der Wiener Klassik. So fiel manchen Besuchern die gelungene Zusammenstellung der Werke auf und durch kund getanes Lob outete sich mancher Zuhörer als profunder Kenner der klassich-wienerischen-Materie.
Werke von Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert, Debussy und weiteren Komponisten bildeten das anspruchsvolle Gerüst, das den Abend zu einem wirklichen kassischen und besonderen Erlebnis machte. Durch die Moderation von Steffen Dittmar erhielten die Besucher darüber hinaus einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Kompositionen sowie Informationen über Hintergründe, Leben und Wirken der Komponisten.
Viele der Besucher, die bereits im Vorjahr die Klassik-Veranstaltung des Loshäuser Kultursommers besucht hatten, schwärmten auch dieses Jahr nach dem Konzert und taten ihre Begeisterung im Gespräch mit den Künstlern auf der After-Show-Party kund.
Mittwoch, 04.07. - Loriot trifft auf die Space Ladies
Die Ente bleibt draußen!
Die Herren Klöbner und Müller Lüdenscheid konnten mit Wonne ihr Badewannen-Sit-In durchziehen , denn der kleine Kultursommer zog am Mittwoch Abend wieder nach draußen in den Schlossgarten.
Die kleine Schwalmbühne bot das Beste aus den Sketchen Loriots und das Publikum kam trotz kühler Temperaturen in Wallung. Nahezu 200 Besucher kringelten sich über "Liebe im Büro", "Eheberatung", den Klassiker "Badewanne" und viele weitere kurzweilige Gassenhauer der kleinen Schwalmbühne, die den pointierten und süffisanten Humor des Vico von Bühlow alias Loriot sehr gekonnt umsetzte. Allen voran Dirk Ordemann, der die volle Bandbreite des breiten Loriot'schen Spektrums darbot. Vom verwirrten Politiker über den alternden Lustgreis bis hin triebhaften Direktor gab der erste Vorsitzende der kleinen Schwalmbühne alles. Trotzdem blieb genügend Raum dass auch Regine Müller, Jürgen Glänzer, Elke Schwalm und Hans Wilhelm Hainmüller mehr als brillieren konnten. Alle Darsteller kalauerten und witzelten sich fast zwei Stunden lang glänzend durch ein buntes und abwechslungsreiches Repertoire und machten damit auch den Kultursommer zum vielfältigen Event, der eben nicht nur musikalisch, sondern auch darstellerisch Einiges zu bieten hat.
Trotzdem gab es natürlich auch Musik. Diesen Rahmen bildeten die bezaubernden Space Ladies. Sowohl a-capella wie auch dezent per playback begleitet, füllten sie die Umbaupausen mit Gesangsdarbietungen der unterschiedlichsten Musikstile und Epochen. Gospel, Irische Segen, Liebeslieder, Klassiker aus den 70ern und Hits wie "Da doo run run" oder "California Dreamin" sorgten dafür, dass keine Sekunde Langeweile aufkommen konnte und das Publikum beschwingt von Sketch zu Sketch übergeleitet wurde.
Claudia Birchel, Daniela Höhn, Tanja Meß und Melanie Sordel-Klippert, die relativ kurzfristig für den Abend verpflichtet werden konnten, glänzten rundum und setzten eine weitere Perle in die musikalische Kette des bisherigen kleinen Loshäuser Kultursommers.
Freitag, 06.07. Vorhang hoch auf 3 Bühnen
Volle Ohren zum Ausklang
Danke Petrus. Nachdem der himmlische Wetterbeauftragte die ganze Woche über fast dafür gesorgt hätte, dass wir den Sommer aus dem Kultursommer-Logo streichen wollten, gab es zum Wochenende hin Versöhnliches von der Wetterfront zu berichten. Obwohl Headliner Markus Schinkel noch von Unwettern während der Fahrt in die Schwalm erzählte, klarte der Himmel zusehends auf und es konnte auf drei Bühnen musiziert werden.
Die erste Bühne war der Garten an sich. Die Oberurff-Street-Band nahm große Teile des selben in Beschlag und spielte im Gehen, Stehen, Drehen und Wippen. Neben der etwas anderen Blasmusik stand die Bewegung im Mittelpunkt der quirlig-coolen Brass-Band aus Oberurff. Vom überraschenden Aufmarsch hinter dem Schloss, das lässig-adrette Outfit bis zum Megaphon-Gesang stimmte alles. Die Song-Auswahl liess keine Wünsche offen und am Ende war der einzige Kritikpunkt, dass der Gig ein bißchen zu kurz war. Manch einem war es zu wenig Brass und keine Rede war mehr vom Opening-Act. Vielmehr hatten sich die Blechbläser binnen Sekunden zur Empfehlung für weitere Schloss-Gigs gemacht, wie mancher Besucher forderte.
Danach zog es Ludwig zurück in den Saal. Nämlicher van Beethoven nämlich war bereits am Dienstag während des Klassik-Abends dort zu hören gewesen und das Marcus Schinkel-Trio erweckte ihn auch am Freitag wieder zum Leben. Diesmal in jazziger Form, was aber laut Herrn Schinkel gar nicht so abwegig ist. Wie auch unser Headliner verbrachte Beethoven einige Jahre in Bonn und auch wenn das Improvisieren damals noch Fantasieren hiess, so war Beethoven doch ein heftiger Verfechter dieses musikalischen Agierens und kann mit Fug und Recht als früher Jazzer angesehen werden. Überhaupt erfuhren die Zuhörer einiges während des Konzerts. Denn der Jazzpianist Schinkel ist nicht nur ein hervorragender Musiker, er weiss auch Hintergründe und Anekdoten zur Musik zwischen die Stücke einfliessen zu lassen und das Publikum so rundum zu versorgen.
Er selbst zeigte den totalen Einsatz. Breitarmig nahm der den Konzertflügel in Beschlag und brachte die Hafenbar zum Schwingen. Von einer Verschmelzung mit dem Instrument war später die Rede im Publikum, von mitreissender Kraft und spürbarer Freude an der Musik. Überhaupt hatte es viele neue Gesichter in den Schlossgarten gezogen, vom Jazzliebhaber bis zum neugierigen Neuling selbiger Musikgattung und niemand wurde enttäuscht. Sowohl die Musiker inklusive Paul Kuhn Schlagzeuger wie auch die Bonner Schinkel und Beethoven hatten nicht zu viel versprochen!
Und dann? Wieder zu wenig! Aber dazu später mehr. Nackt im Fass erkletterten die Aussenbühne und läuteten den musikalischen Schlusspunkt des zweiten Kultursommers ein. Etwas Reggae, etwas Ska und eine Prise Rock mixten sie zu einer tanzbaren Mixtur und manches Bein im Schlossgarten nahm den Anstoss von Sänger und Gitarrist Marcus, dem Shortman Kurz dankbar auf, denn ob der sinkenden Temperaturen war Tanzen eine angenehme Möglichkeit, sich warm zu halten. Und tanzbar war nahezu alles der Eigenkompositionen und Coversongs. Ob man nun die bizarren Ruderbewegungen der beiden Bläser aufgriff oder sich einfach so treiben liess, es passte immer zur Musik, die sich laut Bandinfo auch schlecht einordnen lässt und meistes durch Vor-sich-Hintreiben entsteht.
Und so wurde es ein herrlich sommerabendliches Konzert zwischen Madness und Maley und man hatte den Eindruck, dass die Reggae-Töne von Nackt im Fass später an der Cocktail-Bar flüssige Form annahmen, denn auch da konnten die lauen Temperaturen niemanden schrecken Cocktails gehen immer! Sogar auf der Bühne zwischen den Songs. Auch hier der einzige Kritikpunkt: Wie das war schon alles? Eine kurzfristige Umstellung der Setliste hatte die 8-köpfige Combo zu einem etwas kürzeren Auftrit gezwungen und als unser Hexer am Mischpult Dirk so richtig Fahrt aufgenommen hatte, war es fast schon wieder rum. Aber vielleicht kommen sie ja wieder und der dritte Auftritt in Loshausen war noch nicht der Letzte.
Berichte Workshops´07
Die Workshops Die ersten Workshops gingen über die Bühne, bzw in den Baum. Und darüber sind wir mehr als froh, denn beinahe auf die Sekunde hörte der Regen täglich zum Start der Klettertouren auf.
Galerie´07
Die Fotos der bisherigen Rückblicke auf Events und Workshops des kleinen Kultursommers 2007....
Dankeschön!!!
An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer des Kleinen Kultursommers, die ganz erheblich zum Gelingen beigetragen haben. Ohne Euch hätte das schlechte Wetter gewonnen, mit Euch wurde es doch noch das Fest, das es werden sollte. Allen guten Geistern an der Theke, am Cocktailstand, vor, hinter und auf den Bühnen, während der Workshops, am Misch- und Lichtpult, an der Kamera, überall sonst, allen Bands, Akteuren und allen Besuchern, die sich durch Wetter und Temperaturen nicht schrecken liessen: Vielen, vielen Dank!




















